Die Tiefseetaucher

Die Tiefseetaucher

Auf welche Weise ehrt man am besten einen großen Meeresforscher und Dokumentarfilmer wie Jacques-Yves Cousteau? Genau, man dreht einen Film über einen Meeresforscher und Dokumentarfilmer. Die Tiefseetaucher ist jener Film, den Wes Anderson als heitere, aber auch nachdenkliche Hommage an Cousteau konzipierte, inklusive roter Mütze als Markenzeichen.

Steve Zissou (Bill Murray) ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Er ist begeisterter Meeresforscher und hält sämtliche Erfahrungen und Erkenntnisse mit seiner Crew filmisch fest, um sie anschließend der Welt zu präsentieren. Als eines Tages bei einem Tauchgang sein Kollege und bester Freund Esteban (Seymour Cassel) von einem, wie Zissou sagt, Jaguar-Hai gefressen wird, kennt der Seemann nur noch eins: Rache.
Zusammen mit seiner illustren Mannschaft bricht er auf, um das Tier aufzuspüren, zu töten und dabei zu filmen. Mit an Bord sind unter anderem auch sein möglicher Sohn Ned (Owen Wilson), den Zissou fortan Kingsley nennt, und die schwangere Journalistin Jane (Cate Blanchett). Doch die Suche nach dem Hai wird alles andere als ein Spaziergang. Neben Problemen mit den Geldgebern, gibt es vor allem auch Ärger mit Piraten und der Küstenwache.

Die besondere Stärke sind aber zum einen all die kleinen Geschichten, die die Charaktere durchmachen, um zu begreifen, wer sie wirklich sind und was sie tatsächlich wollen. Vor allem Steve Zissou lernt, seine direkte und negative Art zu reflektieren. Auf der anderen Seite trägt speziell die einzigartige Atmosphäre zum Filmerlebnis bei. Da gibt es Zissous Schiff, dessen Räumlichkeiten ohne Schnitte wie eine Reise durch den Querschnitt des selben gefilmt werden; weiterhin sind die Unterwasseranimationen (von Henry Selick) einen besonderen Blick wert. Es wirkt alles ein wenig selbstgebastelt, aber doch durch und durch authentisch; gerade so, als hätte es einen Hauch von der Ästhetik eines Michel Gondry.
Die musikalische Untermalung gestaltet sich locker und durchaus gut gelaunt. Sie unterstreicht die Atmosphäre unter anderem mit in portugiesisch gesungenen und auf der Akustikgitarre gespielten David-Bowie-Songs.

Die Tiefseetaucher ist ein buntes Wes-Anderson-Drama mit zahlreichen amüsanten, wie auch bedrückenden Momenten, ein schönes kleines Abenteuer mit Exzentriker Zissou und seiner skurrilen Crew, die letztlich viel mehr eine große Familie ist. Und mit den Problemen von Familien beschäftigt sich Anderson in seinem Werk gerne und vor allem gekonnt. Hier präsentiert er uns aber in erster Linie eine unterhaltsame Seefahrt für Zuschauer jeden Alters, die als Film erstaunlich gut funktioniert.

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