Dasepo Naughty Girls

Dasepo Naughty Girls

Manchmal gibt es diese Komödien aus dem asiatischen Raum, die auf viele bunte Farben und abgedrehte Ideen setzen, ja, den Zuschauer förmlich mit fast schon grotesken Situationen bombardieren. Die Comicadaption Dasepo Naughty Girls von Lee Jae-yong gehört auch dazu, verliert sich jedoch durch einige Trash-Elemente und nicht immer passenden Musicaleinlagen in der Mittelmäßigkeit.

Die verschiedenen Handlungsstränge des Films drehen sich allesamt um die verquere koreanische High School namens Musseulmo, was sich wörtlich mit „Useless High School“ übersetzen ließe, eine Schule, die praktisch keine Tabus kennt. Schüler erschlafen sich hier bessere Noten und die Lehrer provozieren vorsätzlich Situationen, in denen sie ihre Perversionen ausleben können. Trotz der Tatsache, dass Regisseur Lee eher viele kleine Plots episodisch abhandelt, lässt sich Kim Ok-bins Charakter des armen Mädchens als eine Art Protagonistin erkennen. Dieses namentlich nie erwähnte Mädchen stammt aus einem armen Haushalt, der nur aus ihr und ihrer Mutter besteht; darüber hinaus stecken die beiden bei zwielichtigen Gestalten bis zum Hals in Schulden. Während die Mutter dieses Problem erfolglos mit einem Pyramidensystem, in dem sie ironischerweise kleine Pyramiden verkaufen muss, zu bekämpfen versucht, schlägt sich ihre Tochter mit Prostitution durch. Das entsprechend dauerhaft depressive Mädchen findet jedoch überraschenderweise im Chef der Firma, die eigentlich ihre Schulden eintreiben will, eine Art Freund, denn dieser skurrile Herr liebt Cross-Dressing und nutzt jede Gelegenheit, sich entsprechend weiblich zu kleiden. Er fungiert fortan als eine „große Schwester“ für das arme Mädchen, das nach wie vor einen Weg aus der Armut sucht. Abgesehen von diesem Handlungsstrang gibt es natürlich noch einige andere, wie beispielsweise die seltsame Transformation aller Schüler, die das Büro des Direktors aufgesucht haben,  in Musterschüler, die fleißig für die Prüfungen lernen oder aber die Geschichte vom jungen Anthony, der sich in die Schwester eines einäugigen Mitschülers verliebt, aber schon bald feststellen muss, dass diese in Wahrheit ein Transvestit ist.

Dasepo Naughty Girls ist eine Komödie mit einigem Potential, doch Lee gelingt es nicht, dieses entsprechend auszuschöpfen. So wirken zum Beispiel die ab und an eingestreuten kurzen Musicaleinlagen weitgehend unpassend und erscheinen nur zu Beginn als eine Art kleine Führung  durch die Schule noch halbwegs sinnvoll. In optischer Hinsicht scheint ebenfalls alle Kraft schon nach einer halben Stunde verbraucht zu sein, denn präsentiert sich die Schule noch als farbenfrohe Institution, die von einigen seltsamen Charakteren in noch seltsameren Kostümen bewohnt wird, bleibt vor allem die zweite Hälfte des Films eher blaß. Schlimmer noch: Ein paar sehr trashige Effekte, die zum Tragen kommen, wenn der Plot um die plötzliche Sinneswandlung einiger Schüler aufgeklärt wird, zerstören das ästhetische Gesamtbild mehr, als dass sie positiv dazu beitragen. Das Hauptproblem des Films ist aber seine episodische Struktur, die nicht auf einen gemeinsamen inhaltlichen Höhepunkt zusteuert, sondern sich nach und nach mal mehr und mal weniger zufriedenstellend einfach auflöst.

Die Comicvorlage zu Dasepo Naughty Girls hat 76 Episoden, aber was als Comic funktioniert, lässt sich nicht zwangsläufig erfolgreich in ein Filmkonzept übertragen, jedenfalls auf die Art und Weise, wie es mit der Filmadaption letztlich geschehen ist. In den 103 Minuten werden einige Dinge angerissen und auch so manche abgeschlossen, aber die einzelnen Episoden schwanken quantitativ und qualitativ einfach derart stark, dass die Dramaturgie des Films darunter leidet. Vielleicht hätte man den Comic besser in eine Serie adaptieren können. So aber bleiben ein negativer Nachgeschmack und eine gewisse Enttäuschung nach Ansehen von Dasepo Naughty Girls, obwohl die Grundidee nicht per se schlecht ist.

5 Gedanken zu “Dasepo Naughty Girls

  1. Och, ich finde den Film einfach fabelhaft, durchweg witzig und die Musikeinlagen empfand ich nicht als unpassend :D
    Die Comicvorlage kenn ich leider nicht…aber der Film ist – besonders duch Kim-Ok Bin – einfach wunderschön anzusehen, wird auf jeden Fall nochmal geschaut ^^

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      1. Zu „Thirst“ schrieb ich sogar bereits etwas. Ist eine meiner älteren Rezensionen (vermutlich auch nicht eine der besten.. xD) und findest du unter dem Originaltitel „Bakjwi“ in der Rezensionsübersicht.

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