Das Mädchen, das durch die Zeit sprang

Das Mädchen das durch die Zeit sprang

Lange Zeit befanden sich in der Filmografie von Mamoru Hosoda nur diverse Episoden der TV-Serie Digimon, deren Verfilmung, sowie ein One-Piece-Film, aber dann drehte er 2006 mit Das Mädchen, das durch die Zeit sprang einen Anime, der sich vor den ganz großen der Konkurrenz keinesfalls verstecken muss.

Im Mittelpunkt der Handlung steht die 17-jährige Schülerin Makoto (Riisa Naka), deren schulische Leistungen zu wünschen übrig lassen und die anstelle von lästigen Pflichten wie Tests und Unterrichtsstunden am liebsten einen nie enden wollenden Sommer mit ihren beiden Freunden Chiaki (Takuya Ishida) und Kousuke (Mitsutaka Itakura) auf dem Baseballfeld verbringen würde. Makoto lebt sorglos in den Tag hinein bis ihr im Biologieraum ihrer Schule etwas widerfährt, das ihr Leben grundlegend verändert: Sie stolpert, landet auf einem mysteriösen nussähnlichen Objekt und besitzt fortan die Fähigkeit, in der Zeit zu springen. Makoto ist selbstverständlich schnell begeistert und nutzt diese Kräfte, um den Spaßfaktor ihres Alltags zu erhöhen und um bestimmte Situationen besser zu meistern als noch beim ersten Versuch. So springt sie beispielsweise während eines gemeinsamen Karaokeabends kurz vor Ende einfach ein paar Stunden zurück, um das Ganze noch einmal zu erleben oder wiederholt einen gescheiterten Test in der Schule, indem sie mit dem Wissen der Lösungen einfach zurückspringt, um anschließend eine bessere Note zu erzielen. Doch schon bald muss auch Makoto feststellen, dass sich nicht alle Fehler durch Zeitmanipulation beheben lassen – im Gegenteil: Manches wird dadurch erst schlimmer als noch zuvor…

Ähnlich wie bei Butterfly Effect (J. Mackye Gruber & Eric Bress, 2004) gehen die Zeitsprünge mehr und mehr schief. Allen guten Absichten zum Trotz, werden die Resultate nach den jeweiligen Veränderungen immer negativer, mit teils gravierenden Ausmaßen. Passend dazu driftet der Film von einer leichten Komödie zu einem emotionsgeladenen Drama mit tragischen Momenten. Anfangs ist es noch ein absurder Spaß, zu sehen, wie Makoto nach jedem Zeitsprung durch die Gegend purzelt und ungewollt die Aufmerksamkeit der Leute auf sich zieht. Doch mit der Zeit sind die Probleme nicht mehr irgendwelche Kleinigkeiten wie das Verschlafen am frühen Morgen, das sich mit einem kleinen Sprung zurück vermeiden ließ, sondern ernsthafte Angelegenheiten wie Freundschaft und Liebe. Makoto muss schmerzhaft erfahren, wie fragil solche Dinge sind und wie leicht man sich alles mit falsch durchdachten Zeitsprüngen versauen kann – vor allem, wenn man zu spät merkt, dass die Anzahl der möglichen Sprünge begrenzt sein könnte.

Wie schon bereits der von Satoshi Kon gedrehte Paprika (2006), basiert Das Mädchen, das durch die Zeit sprang auf einem Roman von Yasutaka Tsutsui und erneut ist die Animeumsetzung äußerst gelungen. Sympathische Charaktere agieren hier mit dynamischen Animationen vor herausragend gezeichneten Hintergründen in einem völlig zu Recht mehrfach ausgezeichneten Mix aus Komödie und Drama mit Science-Fiction-Elementen, der mit einer gefühlvollen Geschichte zu begeistern weiß.

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3 Gedanken zu “Das Mädchen, das durch die Zeit sprang

  1. ,,Summer Wars“ will auch auch unbedingt noch sehen…und ,,The Girl Who Leapt Through Time“ ist wahrlich einer der Animes, die mir im Gedächtnis geblieben sind, von den wenigen, die ich jedenfalls gesehen haben :D
    Mit ,,Paprika“ zwei wundervolle Animes, die ich gerne nochmal sehen würde, einfach nur toll =]

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  2. Eine kompakte alles Wesentliche zusammenfassende Rezension über einen wirklich guten Anime, der „ans Herz“ geht.
    Hosodas jüngster Film, die Action-Familien-Cyber-Komödie SUMMER WARS, ist übrigens ebenfalls empfehlenswert und erscheint diesen Monat als deutsche Blu-Ray und DVD.

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