Planet Terror

Planet Terror

Quentin Tarantino und Robert Rodriguez sind nicht nur Kollegen in ihrem Handwerk, sondern auch gute Freunde, die dem jeweils anderen immer mal wieder Freundschaftsdienste in dessen Film erweisen. Im Jahr 2007 erschienen dann erstmals Filme von beiden in einem Double Feature, angelehnt an die Vorführungen zweier Kinofilme zum Preis von einem in sogenannten Grindhouses in den 70er-Jahren. Entsprechend betitelten die beiden Regisseure ihr gemeinsames Kunstwerk auch mit dem Namen „Grindhouse“. Während Tarantino mit Death Proof eine Art Roadmovie mit rasanten Verfolgungsjagden im Stile von Fluchtpunkt San Francisco (Richard C. Sarafian, 1971) inszenierte, setzte Rodriguez auf eine muntere Zombiesplatterei namens Planet Terror.

Lieutenant Muldoon (Bruce Willis) und seine Jungs wurden in Afghanistan durch ein gefährliches Giftgas mit einem Virus namens DC2 infiziert. Die Folgen sind gradueller Zerfall des Körpers und eine auf triebgeleitetes Zombieverhalten reduzierte Hirnfähigkeit. Um dem entgegenzuwirken, hilft nur eine dauerhafte Dosis des Gifts selbst. Bei der Übergabe von DC2 an einer Militärbasis kommt es jedoch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen das giftige Gas freigesetzt wird und die Bewohner der umliegenden Stadt nach und nach in Zombies verwandelt.
Währenddessen trifft die Ex-Go-Go-Tänzerin Cherry Darling (Rose McGowan) im außerhalb der Stadt gelegenen Barbecue-Restaurant „The Bone Shack“ auf ihren Ex-Freund El Wray (Freddy Rodríguez), dem aufgrund einer mysteriösen Vergangenheit jeglicher Waffenbesitz untersagt ist. Ob er sich tatsächlich daran hält, ist eine andere Sache, denn Waffen werden schon bald überlebenswichtiger denn je. Die Rückkehr in die Stadt wird zu einer Fahrt ins örtliche Krankenhaus, denn unterwegs wird Cherry von Zombies angegriffen und verliert ihr rechtes Bein, bevor El Wray die Kreaturen in die Flucht schlagen kann.
Im Krankenhaus hat Dr. Block (Josh Brolin) alle Hände voll zu tun, denn mehr und mehr Leute werden mit Verletzungen – insbesondere Bisswunden – eingeliefert. Während seine Ehefrau, die Anästhesistin Dakota Block (Marley Shelton), noch an diesem Tag eigentlich mit ihrer lesbischen Freundin durchbrennen wollte, bricht die Hölle aus in den Fluren, als die zombiefizierten Patienten in die Offensive gehen. Schon bald finden sich die letzten Überlebenden im „The Bone Shack“ ein, um der Zombiehorde erbitterten Widerstand zu leisten.

Die Ästhetik von Planet Terror zeigt sich, ganz wie im Konzept des Projekts zu erwarten, in einem auf alt getrimmten, unsauberen Look, der dem Zuschauer implizieren soll, es tatsächlich mit einer nicht ganz intakten und sauberen Filmrolle aus den 70ern zu tun zu haben. Hierfür bedient sich Rodriguez eines stellenweise verwaschenen und grobkörnigen Bildes, auf dem bisweilen verfärbte Ränder auftauchen. Dabei überlagern diese Bildeffekte nie auf zu penetrante Art und Weise das Gesehene. Die Actionszenen bleiben klar erkennbar und präsentieren sich in hoher Qualität, der man trotz Hommage an trashige Exploitationfilme die Produktionskosten natürlich ansieht.
Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Der Film ist kein düsterer Zombiehorror, sondern ein amüsantes blutiges Spektakel. Sei es nun Sheriff Hague, der seinem Bruder J.T. um jeden Preis die Rezeptur für dessen unschlagbare Barbecuesauce entlocken will oder El Wray auf einem Minibike, Rodriguez‘ Schlachtplatte nimmt sich keine Sekunde ernst und das ist auch durchaus gut so.

Abschließend bleibt also nur noch zu sagen, dass Planet Terror als actionreiche Zombie-Splatterkomödie im Exploitationstil wunderbare Abendunterhaltung ist. Ein gelungener Streifen für jede Menge Spaß. Maschinengewehr als Beinprothese inklusive!

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