The Housemaid

The Housemaid

Auch wenn Remakes alter Filmperlen nur selten die Qualität ihres Originals erreichen, so lenken sie doch zumindest häufig vermehrt das Interesse auf die entsprechenden Klassiker. 2010 erschien mit The Housemaid ein Remake des gleichnamigen Films von Kim Ki-young aus dem Jahr 1960, der seinerzeit als erster koreanischer Film überhaupt eine Auszeichnung bei den Filmfestspielen in Cannes gewann. Danach sollte es rund dreiundvierzig Jahre dauern, bis mit Oldboy (Park Chan-wook, 2003) erstmals wieder ein Film aus Korea die Jury begeistern würde.

Kims Film beginnt mit dem wohlhabenden Komponisten und Klavierlehrer Dong-sik (Kim Jin Kyu), der mit seiner schwangeren Frau (Ju Jeung-nyeo) und seinen beiden Kindern in ein neues Haus gezogen ist. Das Leben läuft in geregelten Bahnen, lediglich die Arbeit an der Nähmaschine macht seiner Frau derart gesundheitlich zu schaffen, dass die Hausarbeit liegen bleibt. Aus diesem Grund stellt Dong-sik eine Haushälterin (Lee Eun-shim) ein, die sich um das Kochen, das Putzen und das Töten von ungewolltem Ungeziefer kümmern soll. Doch schon bald stellt sich heraus, dass sie ganz andere Dinge im Sinn hat. Es gelingt ihr, Dong-sik zu verführen und von ihm schwanger zu werden. Mit dieser Schwangerschaft ist sie in der Lage, die Familie, die ihren Ruf in der Öffentlichkeit gefährdet sieht, zu erpressen. Als Dong-siks Sohn in dem Glauben, von der Haushälterin vergiftetes Wasser serviert bekommen zu haben, voller Panik die Treppe hinabstürzt und regungslos liegen bleibt, bricht die Familienidylle endgültig zusammen.

The Housemaid illustriert in starken Schwarz-Weiß-Bildern die graduelle Zerstörung einer Familie. Eine hübsche Femme Fatale kommt ins Haus, setzt die Familie unter Druck und verbreitet  Unsicherheit. Die eigenen vier Wände werden für Dong-sik zu einem klaustrophobischen Ort der Angst. Normalerweise strahlt das eigene Zuhause Ruhe und Geborgenheit aus. All das fällt jedoch wie ein Kartenhaus in sich zusammen und scheint ferner denn je zu sein, seitdem die Haushälterin die Macht hat. Schmerzhaft werden Dong-sik und seine Frau getrennt; er wird gezwungen, die Nächte in Zukunft mit seiner Haushälterin zu verbringen. Die gesamte Familiensituation wird pervertiert.
Ebenso ausdrucksstark wie die visuelle Gestaltung präsentiert sich übrigens das Schauspiel, insbesondere von Lee Eun-shim, die als Haushälterin eine instabile, irrationale und manipulative Frau äußerst überzeugend darstellt.

Kim Ki-young drehte mit The Housemaid ein starkes Familiendrama, das mit zunehmender Laufzeit immer beängstigender und beklemmender wird, den Zuschauer packt und ihm vor Augen führt, wie leicht eine heile Welt in Stücke gerissen werden kann.

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2 Gedanken zu “The Housemaid

    1. Das Remake dazu habe ich noch gar nicht gesehen, deswegen ließ ich auch nur einen allgemeinen Satz zu Remakes vom Stapel anstatt die beiden Filme eventuell zu vergleichen. Vielleicht hole ich das irgendwann mal nach. =)

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