Cruelty

Cruelty

Im Krieg gibt es keine Gewinner, wie der Soldat Jones (Chris Nachtigall), einziger Überlebender eines alliierten Stoßtrupps, zu spüren bekommt. Cruelty beginnt mit der Aufnahme einer Leichengrube. Darin liegen Vertreter sämtlicher Fraktionen, die blutigen Gesichter des zweiten Weltkrieges, denen der gläubige Engländer begegnete, als er sich von der Grausamkeit abzuwenden versuchte. Regisseur Tim Augurzke drehte sein gut halbstündiges Kriegsdrama ohne Szenen von aufmarschierenden Massen und großen Gefechten, sondern legt den Fokus auf den einzelnen Soldaten als Teilnehmer eines Konflikts, der ihn selbstverständlich sein Leben, aber eben auch den wichtigsten Teil seiner Seele, seine Menschlichkeit kosten kann. Jones sieht sich fortwährend mit dieser Gefahr konfrontiert, scheint ihr jedoch in der Einsamkeit der französischen Wälder nicht entkommen zu können.

Cruelty bedarf nicht vieler Worte. Der Regisseur lässt die Bilder sprechen, die dank der guten Kamerarbeit von John Bauer, aber auch ganz besonders aufgrund der überzeugenden Darstellung Chris Nachtigalls, eine ungeahnte Intensität erreichen. Jones spricht nur wenig, doch in seinen ausdrucksstarken Blicken ist stets die Zerrissenheit zu spüren, die ihn tagein, tagaus plagt. Wenn die Stimme Eisenhowers ertönt und vom errungenen Sieg spricht, ist es bereits zu spät. Der Krieg hat Spuren hinterlassen, unheilbare seelische Wunden.

Die subtile, teils minimalistische, aber nichtsdestotrotz technisch absolut hochwertige Inszenierung kommt dem Vorhaben, die zwischenmenschliche Ebene zu beleuchten, zweifellos zu Gute. Die mitreißende Emotionalität macht Cruelty zu einem gelungenen Kurzfilm über Begegnungen; Begegnungen mit der physischen und psychischen Grausamkeit des Krieges.

Trailer:

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