Night Fishing

Night Fishing

Gemeinsam mit seinem Bruder Park Chan-kyong testete Park Chan-wook, Regisseur der beliebten Rachetrilogie, das iPhone 4 auf seine Filmtauglichkeit. Trotz der Widrigkeiten, die so ein Unterfangen mit sich bringt, wie leichte Bewegungsunschärfe und höhere Lichtempfindlichkeit, gelang es den Brüdern einen Kurzfilm zu drehen, der sich sehen lassen kann.

Night Fishing nennt sich der gut halbstündige Film und handelt von einem Mann (Oh Kwang-rok), der an einem einsamen Ufer fischt. Ertragreiche Fänge bleiben stundenlang aus, bis schließlich mitten in der Nacht etwas großes angebissen zu haben scheint. Was der Fischer aus dem Wasser zieht, erweist sich jedoch als geheimnisvolle Frau (Lee Jung-hyun) in einem Totengewand.

Das iPhone, schlicht in der Hand gehalten, bietet genügend Potential für einen dokumentarischen Erzählstil. Und auch wenn die Bildsprache teilweise diesen Eindruck erweckt, lässt es sich Park nicht nehmen, hier und da auf seine Ästhetik mit klar definierten Bildkompositionen zu setzen. Dazu gesellt sich ein Spiel mit den Farben; Night Fishing verändert sanft, ja fast heimlich seine Sättigkeit. Den visuellen Experimenten steht der Inhalt übrigens in nichts nach. Besonders die zweite Hälfte des Filmes wirkt umso verschlossener und exotischer, je weniger man mit dem koreanischen Schamanismus und der Geisterbeschwörung vertraut ist. Die assoziative Stärke der Bilder ist dennoch in der Lage, die Atmosphäre zu tragen und für faszinierende 33 Minuten Film zu sorgen.

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