Destruction of Silence

Destruction of Silence

Über Crowdfunding finanziert und mit viel Herzblut realisiert: Destruction of Silence, der aktuelle Kurzfilm des Kasseler Regisseurs Jakob Gisik feierte im letzten Jahr seine Premiere und ist inzwischen auf DVD im Handel erhältlich.

Deutschland, 1945. Der Krieg ist fast vorbei, der Widerstand der deutschen Truppen nur noch gering und die Befehle der amerikanischen Soldaten verkommen zur lästigen Pflicht, da sich bei einigen bereits leise Vorfreude auf die Heimkehr bemerkbar macht. Der junge GI Jack Brown (Rolf Schapals) kann die Anspannung noch nicht abschütteln. Zu spürbar ist der Krieg in seinem Denken und Fühlen verankert. Auf Patrouille mit seinem Trupp begegnet er dem sechsjährigen Philip (David Gisik), der seine Eltern bei einem Luftangriff verloren hat. Als sie jedoch von deutschen Soldaten in ein Gefecht verwickelt werden, überleben nur Jack und Philip, zwischen denen sich fortan eine ungewöhnliche Beziehung entwickelt.

Destruction of Silence ist auf der einen Seite ein gelungener Versuch, verschiedene Facetten des Krieges in ein kompaktes Porträt zu packen, aber eben auch vor allem die bewegende Geschichte zweier Schicksale, die der Krieg zusammenführt. Wo viele Blockbuster die großen, hektischen Schauplätze begehen, wandert Gisik mit seinem Film auf einem ruhigen Trampelpfad: Zunächst vielleicht unscheinbarer, erlaubt er auf diese Weise jedoch einen behutsamen, intimen Blick auf die Geschehnisse. Abseits des nur zu genretypischen Effekthagels, der üblicherweise auf den Zuschauer niederprasselt, stellt Destruction of Silence seine zwei Protagonisten in den Mittelpunkt, die so ungleich scheinen und doch durch das Menschsein im Angesicht des allgegenwärtigen Todes vereint werden.

Die bei einem solchen Projekt denkbar begrenzten Mittel sind dem Film kaum anzusehen. Die Darsteller überzeugen auf ganzer Linie, die Kameraarbeit ist kompetent und die Ausstattung lässt zu keiner Sekunde an der Authentizität zweifeln. Der CGI-Einsatz zur Darstellung von Kampfjets am Himmel und Panzern im Graben fügt sich passend ein und umgeht die Gefahr, als budgetbedingter Störfaktor an der dichten Atmosphäre zu kratzen.

Jakob Gisiks sehenswerter Kurzfilm sei mit seiner Laufzeit von 41 emotionalen Minuten auch all jenen empfohlen, die sich vom Genre des Antikriegsfilms längst übersättigt fühlen. Destruction of Silence ist ein kluges Drama aus Deutschland, das es tatsächlich schafft, einen etwas anderen Blick auf das ewige Menschheitsthema des Krieges zu werfen.

Trailer:

Advertisements

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s