A Gun for Jennifer

A Gun for Jennifer - FilmplakatIn Martin Scorseses Taxi Driver (1976) spricht Robert De Niro als instabiler Vietnam-Veteran davon, New Yorks Straßen eigenhändig von menschlichem Abschaum zu säubern, rund zwanzig Jahre später macht Todd Morris dieses Selbstjustiz-Credo zum Motto seines Rape&Revenge-Films A Gun for Jennifer und zeigt die Stadt von ihrer dreckigsten Seite.

Kaum aus Ohio nach New York gekommen, wird Jennifer (Deborah Twiss) von zwei Männern attackiert, die sie vergewaltigen wollen. Glücklicherweise kommen ihr Jesse (Freida Hoops) und ihr Ensemble zu Hilfe, eine Gruppe Frauen, die in einem Stripclub arbeitet, nach Feierabend aber Jagd auf Vergewaltiger macht. Die überrumpelte Jennifer, die einen ihrer Angreifer sogar selbst erschießen soll, wird kurzerhand zum vollwertigen Mitglied der Gruppe und geht gemeinsam mit den anderen auf blutige Rachefeldzüge. Detective Perez (Benja Kay) ist den kastrierenden und mordenden Rächerinnen, die sich zudem mit immer größeren, gefährlicheren Namen anlegen, jedoch schon auf der Spur.

Die Eröffnungssequenz von A Gun for Jennifer testet bereits die Bereitschaft, sich auf diese Art von Film einzulassen, denn Morris‘ Low-Budget-Produktion beginnt direkt knallhart mit einer Kastrationsszene. Und auch im weiteren Verlauf gibt sich seine Grindhouse-Hommage nicht gerade zimperlich. Viel Blut und nackte Haut, sowie ein Racheplot mit starken Frauen, erinnern nicht zufällig an diverse Exploitationfilme der 70er. Das Filmbild ist körnig, die Darsteller waschechte Amateure und die Handlung überhaupt nicht an Tiefgang oder Komplexität interessiert. Morris‘ Rape&Revenge-Beitrag konzentriert sich vor allem auf letztere, die Vergeltung, die seine Protagonistinnen in immer brenzligere Situationen, bis hin zum ultimativ blutigen Finale bringt, wenn sogar Mafiabosse auf der Abschussliste der Frauenbande stehen.

Wem also der Sinn nach einem kleinen, mit wenig Geld, aber viel Herzblut produzierten Independentfilm steht, der nicht lange fackelt und gleichermaßen gewalttätig wie kompromisslos eine Vendetta im New Yorker Moloch inszeniert, der ist mit Todd Morris‘ kurzweiligem A Gun for Jennifer gut beraten.


Originaltitel: A Gun for Jennifer
Regie: Todd Morris
Drehbuch: Todd Morris, Deborah Twiss
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1997

Copyright der Bilder: Independent Partners

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