Edge of Tomorrow

Edge of Tomorrow - FilmplakatNach Oblivion (Joseph Kosinski, 2013) scheint Tom Cruise wieder auf den Science-Fiction-Geschmack gekommen zu sein. Ein Jahr später spielt er erneut die Hauptrolle in einem Genrefilm, dieses Mal in Doug Limans Verfilmung des japanischen Romans All You Need Is Kill von Hiroshi Sakurazaka, die in den schneidigen Titel Edge of Tomorrow umbenannt wurde.

Vielerorts als Mischung aus Und täglich grüßt das Murmeltier (Harold Ramis, 1993) und Starship Troopers (Paul Verhoeven, 1997) bezeichnet, trifft diese vielleicht zunächst skurrile Vorstellung die Handlungsprämisse von Limans Film in Wahrheit ganz gut: Außerirdische Kreaturen, sogenannte Mimics, greifen die Erde an und haben in Europa bereits mehrere Hundert Millionen Opfer gefordert. Major William Cage (Tom Cruise) wird entgegen seiner eigentlichen Bürotätigkeit nach Frankreich geschickt, um in der entscheidenden Schlacht an vorderster Front dabei zu sein. Seine Tauglichkeit als Soldat bleibt er schuldig und stirbt noch am ersten Tag. Doch nachdem es ihm zuvor mit mehr Glück als Verstand gelingt, eines der Aliens zu töten, findet er sich anschließend in einer Zeitschleife wieder, die ihn nach jedem Ableben wieder 24 Stunden zuvor erwachen lässt.

Von nun geht es darum, aus den tödlichen Fehlern zu lernen, weil die Konsequenz daraus lediglich ein Reset der Zeitlinie bedeutet, bei dem Cage sämtliche Erinnerungen behält. Tapfer und experimentierfreudig kämpft er sich also durch zahlreiche, wuchtige Actionszenen bei denen sich Marines außerirdischen Monstren entgegenstellen. Erstere kommen in gleichermaßen cool designten, wie praktikabel konzipierten Exorüstungen daher, während die Mimics als beeindruckende und furchteinflößende Bestien in Szene gesetzt werden. Potentielle Komplexitäten und Komplikationen, denen sich ein Plot mit Zeitmanipulation ausgesetzt sehen könnte, geht Edge of Tomorrow mit seiner rasanten, dynamischen Art fast schon lässig aus dem Weg.

Auch wenn Tom Cruise im Sci-Fi-Actioner in seinem Element ist, der (eigentlich gar nicht so) heimliche Star des Films ist allerdings die hervorragende Emily Blunt als Rita Vrataski, die dem Protagonisten nicht bloß reagierend und moralisch zur Seite steht, sondern als starke Frauenrolle, die proaktiv handelt, geschrieben wurde. Als ‚Engel von Verdun‘ weiß sie sich schon selbst couragiert und brachial der außerirdischen Invasoren zu erwehren und obwohl Major Cage als Hauptfigur letztlich mehr Screentime aufweisen kann, ist das Verhältnis der beiden Charaktere in sämtlichen Belangen quasi auf Augenhöhe.

Als mit jedem Reset immer kampferprobteres und eingespielteres Duo kämpfen sich Cage und Vrataski durch einen cleveren Zeitschleifeplot, dessen satte Action sich audiovisuell auf hohem Niveau bewegt. Edge of Tomorrow ist erfrischend clevere und unterhaltsame Science-Fiction, die sowohl Gelegenheitszuschauer, als auch versierte Filmfans ansprechen wird.


Originaltitel: Edge of Tomorrow
Regie: Doug Liman
Drehbuch: Christopher McQuarrie, Jez Butterworth, John-Henry Butterworth
Produktionsland: USA, Kanada
Produktionsjahr: 2014

Copyright der Bilder: Warner Bros.

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6 Gedanken zu “Edge of Tomorrow

  1. Fand den auch überraschend gut. Nur das Ende war ziemlich schwach. War halt so ne 0815-Auflösung. War jetzt auch nicht unbedingt wichtig für den Streifen, aber da hätte man sich vielleicht doch noch was einfallen lassen können.

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      1. Joa, fand das Ende im direkten Vergleich auch etwas unspektakulär und hingeklatscht. Schmälert den Gesamteindruck des Films aber nur wenig, denn das Ding ist auf Spaß ausgelegt und den hat man selbst beim zweiten Mal noch.

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        1. SPOILER

          ich hätte Tom Cruise am Ende ganz gern tot gesehen :D bin aber ohnehin ein Fan von Nicht-Happy-Endings^^ fand des auch ziemlich aufgesetzt und zu sehr auf diesen (vermeintlichen) Cruise-Coolness-Faktor geprägt

          trotzdem, ein toller Film für Zwischendurch

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