Ghost in the Shell

Ghost in the Shell

Der 1989 erschienene und mehrfach ausgezeichnete Manga Ghost in the Shell von Masamune Shirō wurde zur Vorlage eines außergewöhnlichen Films, der maßgeblich dazu beitrug, dass sich Anime im internationalen Markt etablieren konnten. Mamoru Oshii drehte damit sein wohl erfolgreichstes Werk im Jahr 1995 und machte sich dadurch einen Namen als Regisseur, der im Animebereich vor allem eher das erwachsene Publikum bedient.

Das Jahr 2029: Ein Großteil der Menschen ist teilweise oder nahezu vollständig mit künstlichen Körperteilen versehen. Während der Körper eines jeden Cyborgs komplett ersetzt werden kann, ist dessen Geist (Ghost) ein menschliches Gehirn, isoliert in seiner Schale (Shell).
Als ein unbekannter Hacker namens Puppetmaster (Iemasa Kayumi) auftaucht, sämtliche Sicherheitsbarrieren der Shell überwindet und dadurch die Kontrolle über Cyborgs erlangt, um diese für seine kriminellen Handlungen einzusetzen, sieht das Innenministerium Handlungsbedarf. Die geheime Sektion 9 des Ministeriums beauftragt ihre Mitarbeiter Major Kusanagi Motoko (Atsuko Tanaka), deren Shell vollständig künstlich ist, und Batō (Akio Ôtsuka) mit der Jagd nach dem gefährlichen Hacker. Da alle gehackten Cyborgs anschließend keine Erinnerungen an das Geschehene aufweisen, erweist sich die Suche jedoch als schwerer als gedacht.

Diese Suche nach dem Puppetmaster ist allerdings zugleich eine Suche nach der Antwort auf essentielle Fragen des Menschseins. In langen Einstellungen porträtiert Oshii ein urbanes Zukunftsszenario, dessen Gesellschaft der unseren bisweilen gar nicht so fern zu sein scheint. Die rasante Dynamik einiger gut inszenierter Actionszenen wird immer wieder von philosophischen Betrachtungen des Lebens unterbrochen, die den Grundtenor des Animes als sehr nachdenklich bestimmen. Die Überlegungen gehen dabei in die Richtung eines Blade Runner (Ridley Scott, 1982) und widmen sich vor allem der Problematik, wann man aufhört ein Mensch zu sein. Auf visueller Ebene ist Ghost in the Shell ein zeitloses Meisterwerk. Das bereits 1995 unheimlich tolle und detailreiche Design kann sich auch heute noch sehen lassen.

Dem Erfolg von Ghost in the Shell folgten schließlich weitere Filme, TV-Serien und Specials, die das Universum erweitern und abrunden, die Qualität und Originalität des ersten Films jedoch nie ganz erreichen. Mamoru Oshiis Film ist außerdem nicht nur für den Animemarkt richtungsweisend, sondern auch für das gesamte Genre des Science-Fiction-Films; besonders im Kassenschlager Matrix (Andy & Lana Wachowski, 1999) werden einige Elemente aus Ghost in the Shell aufgegriffen. Auch Regisseur James Cameron zeigte sich von Oshiis Werk begeistert und jedem Liebhaber von guter Science-Fiction wird es garantiert ähnlich ergehen.

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