Kick-Ass

Kick-Ass

Matthew Vaughn ist als Produzent schon länger bekannt; seine Regisseurkarriere hingegen ist ein gutes Stück jünger, aber nach dem soliden Thriller Layer Cake (2004) und dem herausragenden Fantasyfilm Der Sternwanderer (2007), ist sein drittes Werk Kick-Ass wohl sein endgültiger Regiedurchbruch. Die Comicverfilmung macht ihrem Namen alle Ehre und lässt auf der Leinwand ein amüsantes Actionfeuerwerk los, das seinesgleichen sucht.

Dave Lizewski (Aaron Johnson) ist ein durchschnittlicher Teenager, der mit seinen Freunden im Comicladen abhängt und sich fragt, warum eigenlich noch niemand auf die Idee gekommen ist, ein Superheld wie in den Comics zu werden. Kurzerhand beschließt er also selbst, in ein auffälliges Kostüm zu schlüpfen und das Verbrechen zu bekämpfen. Nach herben anfänglichen Rückschlagen gelingt es ihm, eines Abends einen Mann vor drei Angreifern zu beschützen und dabei zufällig beobachtet und gefilmt zu werdem. Das Video seiness mutigen Einsatzes wird zu einem der meistgesehenen YouTube-Videos und macht ihn zum Superheldenstar der Stadt. Eine persönliche MySpace-Seite dient fortan als Kontaktmöglichkeit mit dem neuen Helden.
Daves Privatleben läuft auch überraschend besser, als sich plötzlich sein Schwarm Katey (Lyndsy Fonseca) für ihn interessiert, wenngleich sie das nur tut, weil sie glaubt, er sei schwul.
Als er bei einer weiteren versuchten Heldentat vom kostümierten Big Daddy (Nicolas Cage) und seiner zur reinsten Kampfmaschine ausgebildeten Tochter Hit Girl (Chloë Moretz) gerettet wird, spitzt sich die Lage zu. Ex-Cop Damon Macready verfolgt als Big Daddy seinen Racheplan gegen Syndikatsboss Frank D’Amico (Mark Strong). Dieser wiederum glaubt, dass Kick-Ass für die Tötung einiger seiner Männer verantwortlich sei und ruft zur Jagd auf ihn aus. Als dann noch der mysteriöse neue Held Red Mist (Christopher Mintz-Plasse) wie aus dem Nichts auftaucht, geht es bald nur noch um Leben und Tod.

Der Plot bewegt sich so ziemlich im bewährten und erfolgversprechenden Hollywoodrahmen. Eine Superheldengeschichte über Superheldengeschichten, die sich nie wirklich Ernst nimmt. Tiefer zu graben ist nicht notwendig, denn komplexe Substanz will Kick-Ass auch gar nicht haben. Die liebenswerten, wenn auch schablonenhaften Charaktere kämpfen sich in beeindruckender Art und Weise durch Gegnerhorden. Zwischendurch gibt’s dann kleinere humoristischer Szenen. Der Kern bleiben eben die Actionsequenzen. Und diese sind von einer solch enormen Qualität, dass sich vergleichbares nur schwer finden lässt. Man merkt deutlich, wohin nicht geringe Teile des Budgets geflossen sind, aber gelohnt hat es sich allemal, denn es ist einfach wahnsinnig gut anzuschauen, wenn Big Daddy in D’Amicos Holzlager aufräumt oder wenn Hit-Girl sich durch einen Hotelflur metzelt. „Metzeln“ ist dabei auch ein gutes Stichwort. Selbst wenn Kick-Ass noch weit genug von einem Splatterfilm entfernt ist, so ist der Grad an dargestellter Gewalt für eine Actionkomödie zumindest überraschend. Dass das kompromisslose Hit-Girl dabei erst ein etwa 10-jähriges Mädchen ist, wird von einigen Kritikern empört beäugt.
Neben der astreinen Ästhetik in den Kampfszenen, hat der Film in seinen actionreichen Parts auch das ein oder andere musikalische Highlight zu bieten. Der Soundtrack passt nicht selten wunderbar zum überdrehten Gesamteindruck.

Kick-Ass ist derart over the top, dass es einfach ein herrlicher Spaß ist, wenn man einfach mal handwerklich ausgezeichnete, kurzweilige Action will. Der Unterhaltungswert dieser Actionkomödie ist ausgesprochen hoch, die Massenkompatibilität liegt gewissermaßen auf der Hand, aber der finanzielle Erfolg ist einem so coolen Spektakel auch voll und ganz zu gönnen. So können wir nur hoffen, dass Matthew Vaughn diese hohe Qualität der Unterhaltung in seinen nächsten Filmen weiterhin bestätigen kann. Kick-Ass jedenfalls ist ein voller Erfolg in allen Belangen und regt nach dem Sehen zum Nachdenken an, ob man sich den Film nicht sogar am besten gleich noch ein weiteres Mal anschauen sollte.

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