The Good, The Bad, The Weird

The Good The Bad The Weird

Kim Jee-woon ist einer der ganz großen Regisseure Koreas und hat sich im Westen der Welt spätestens mit A Tale of Two Sisters (2003) einen Namen gemacht, ein fesselndes Horrordrama, das völlig unnötigerweise ein US-Remake von minderer Qualität erhielt. Mit The Good, The Bad, The Weird beschreitet er nun jedoch ganz andere Pfade: Die rasante Jagd nach einer Schatzkarte quer durch die Mandschurei der 30er-Jahre mit vielen Schusswechseln und enormem Bodycount. Ein gehöriger Spaß, der so schnell nicht langweilig wird.

Die besagte geheimnisvolle Schatzkarte befindet sich zu Anfang noch in den Händen eines japanischen Bankiers, der per Zug die Mandschurei durchquert. Doch der überall gefürchtete Bandit Chang-yi (Lee Byung-hun) überfällt mit seiner Bande den Zug, um die Karte zu erbeuten. Kein schlechter Plan, wäre ihm nicht bereits der leicht verrückte Kleinkriminelle Tae-goo (Song Kang-ho) zuvorgekommen, der sie ahnungslos einsteckte. Chang-yi selbst ist wiederum das ersehnte Ziel des Kopfgeldjägers Do-won (Jung Woo-sung), der sich jedoch zunächst an die Fersen von Tae-goo heftet. Es dauert nicht lange, bis auch Wüstenräuber, koreanische Freiheitskämpfer und sogar die japanische Armee die Karte in ihren Besitz bringen wollen. Bald ist also so ziemlich jeder hinter Tae-goo her und eine wilde, actionreiche Jagd durch die Wüste nimmt ihren Lauf.

Kim Jee-woon lässt dem Zuschauer zwar ein paar Atempausen, doch Schusswechsel und Verfolgungsjagden dominieren klar das Geschehen und zeigen schnell auf, dass The Good, The Bad, The Weird darauf abzielt, die perfekte Actionunterhaltung für den Filmabend zu sein. Die Actionszenen sind dabei extrem cool inszeniert, was mitunter an den beeindruckenden Kamerabewegungen liegt, die das Geschehen stets dynamisch bebildern, ohne dass man den Überblick verliert. Es wird aus allen Enden und Ecken wie wild herumgeballert und zahlreiche Statisten erleben mal mehr, mal weniger spektakuläre Bildschirmtode. Im Mittelpunkt stehen natürlich durchgehend die drei titelgebenden Charaktere. Der sadistische, unmoralische Chang-yi und der trottelige, naive Tae-goo stehlen dem Kopfgeldjäger Do-won allerdings fast die Show, denn der bleibt weitgehend blass, da er einfach zu gewöhnlich, zu „normal“ wirkt. Allzu tief geht die Charakterentwicklung aber dann auch bei den anderen nicht. Kim Jee-woon rückt klar die Action in den Vordergrund; der Film funktioniert dadurch sogar erstaunlich gut. Unterstrichen wird die Rasanz außerdem vom gelungenen Soundtrack. Vor allem das Maintheme, eine abgewandelte Version von „Don’t Let Me Be Misunderstood“, setzt sich im Laufe des Films im Ohr fest und erzeugt einfach eine passende Stimmung.

Es gibt Schusswechsel, Messerkämpfe, Explosionen, Pferde, Motorräder, Kanonen und jede Menge brüchiges Holz. Die Effekte sind nahezu komplett handgemacht und brauchen sich hinter der Arbeit der Special-Effect-Studios aus Hollywood keineswegs zu verstecken. Wer sich also für eine witzige, spannende und actionreiche Westernvariante aus dem asiatischen Raum begeistern kann, ist bei The Good, The Bad, The Weird bestens aufgehoben.

Advertisements

Kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s